Wer soll Blau-Weiß Linz retten?


"Es ist klar, dass es jetzt gegen Abstieg geht" - Andreas Gahleitner nennt das Kind beim Namen.

 

Der 43-Jährige fungiert seit dieser Woche als Interimstrainer des FC Blau-Weiß Linz. Einmal mehr. Denn schon im Sommer sprang er nach dem kurzfristigen Abgang von Gerald Scheiblehner in die Bresche, ehe der am Ende glücklose Mitja Mörec installiert wurde. 

 

Gahleitner wird die Stahlstädter zumindest am Samstag gegen Red Bull Salzburg als starker Mann an der Seitenlinie betreuen. Wahrscheinlich auch noch eine Woche darauf gegen Rapid. Es gibt dankbarere Aufgaben. 

 

Andererseits: Beide Klubs stecken derzeit ebenso in der Krise und gerade Salzburg ist seit dem Aufstieg einer der Lieblingsgegner der Linzer, gegen den man sich schon mehrmals mit einer Überraschung wieder aufrichten konnte.

 

Doch selbst, wenn beide Spiele von Erfolg gekrönt sein sollten: Cheftrainer wird Gahleitner nicht bleiben, fehlt ihm dafür doch die nötige UEFA-Pro-Lizenz.

 

Keine Schnellschüsse

Eile wird es, wie von Blau-Weiß gewohnt, in der Trainerfrage aber keine geben. Dazu fehlt auch der Anlass, denn die Winterpause steht vor der Tür und die Vereinsführung hat volles Vertrauen in den Interimscoach. Es gilt das Motto: Lieber eine Woche länger suchen, als jetzt eine falsche Entscheidung treffen.

 

Das ist aus Vereins­perspektive nachvollziehbar, denn der nächste starke Mann auf der Bank muss fast gezwungenermaßen funktionieren - aus sportlicher, aber auch aus wirtschaftlicher Sicht. Schlimmstenfalls stehen, falls der Trainer noch einmal gewechselt werden muss, im Frühjahr deren drei auf der Gehaltsliste.

 

Greift Blau-Weiß wieder in Liga Zwa zu?

Mittlerweile schwirren auch zahlreiche Namen durch die Gerüchteküche. Als heißester Kandidat wird derzeit Admira-Coach Thomas Silberberger gehandelt. Der würde aber Ablöse kosten, welche die finanziell angeschlagenen Südstädter derzeit gut gebrauchen könnten. Die Admira wird ihren Trainer, der mit seinem Team mitten im Aufstiegsrennen liegt, wenn überhaupt nicht für lau ziehen lassen.

 

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Die aktuell nicht unbedingt rosig anmutende wirtschaftliche Zukunft der Südstädter könnte den Blau-Weiß-Verantwortlichen um Christoph Peschek und Christoph Schösswendter aber in die Karten spielen. Fraglich ist, ob Silberberger das Liga-Zwa-Aufstiegsrennen gegen den Bundesliga-Abstiegskampf tauschen würde. Bei Blau-Weiß würde er allerdings ein deutlich stabileres wirtschaftliches Fundament vorfinden. Sicher ein Anreiz.

 

Was ebenso für den 52-Jährigen spricht: Er kann Abstiegskampf und ist in der Lage, aus wenig viel herauszuholen - das hat er jahrelang bei der WSG Tirol gezeigt. Außerdem strahlt er Ruhe aus, kann Teams auch innert kurzer Zeit stabilisieren, um so Sicherheit zurückzugewinnen. 

 

Ein Routinier, über den man nachdenken darf

Allesamt Attribute, die aber auch auf Peter Pacult zutreffen, der nach seinem Intermezzo beim WAC wieder frei ist, seinen nächsten Schritt aber wohl mit mehr Bedacht wählen wird. Noch mehr als Silberberger ist der Wiener ein "Ergebnistrainer" - und die braucht Blau-Weiß wie einen Bissen Brot. Pacult kann vor allem Ordnung in die teilweise vogelwild agierende blau-weiße Defensive bringen. Aktuell ist der Trainer-Routinier (noch) kein Thema bei den Blau-Weißen - es wäre aber kein Fehler, zumindest über ihn nachzudenken.

 

Neben Silberberger sollen sich die Stahlstädter auch mit Amstetten-Übungsleiter Patrick Enengl beschäftigen, dem aber nur Außenseiterchancen eingeräumt werden. Rein fachlich hat der Jungtrainer (31) bewiesen, dass er Qualität hat. Bei ihm würde Blau-Weiß aber ein ähnliches Risiko eingehen, wie bei Mörec im Sommer. Der Schritt aus der 2. Liga in die Bundesliga könnte auch für ihn ein zu großer sein.


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Außerdem soll, wie die "OÖN" berichten, ein derzeit in Deutschland arbeitender Trainer, der schon in Österreich tätig war, ein Thema sein. Auf der Hand läge dabei der Name Michael Wimmer, der vormalige Austria-Coach hat bei Drittligist Jahn Regensburg aber erst im Sommer übernommen und noch Vertrag bis 2027. Auch er würde Ablöse kosten. Auch Nürnbergs Miroslav Klose hat schon in Österreich gearbeitet (Altach).

 

Von außen wird auch der Name Markus Schopp herangetragen, er ist aber vorerst kein Thema im Donaupark. Das Gleiche gilt für Joachim Standfest und Rene Poms, die nach ihren Abschieden aus Altach bzw. Graz ebenso zu haben wären.

 

Zahlreiche Baustellen, berechtigte Hoffnung

Was Blau-Weiß jetzt braucht, ist ein Trainer, der die Liga kennt, idealerweise Erfahrung mit dem Abstiegskampf hat, diese Last schultern und so auch von der immer verkrampfter auftretenden Mannschaft nehmen kann. Einen, der dem Team das Zutrauen in die eigenen Stärken wieder neu vermittelt und dadurch für Stabilität sorgt. Im Abstiegskampf sind die einfachen Mittel oftmals die wertvollsten. 

 

An der Qualität sowie der Bereitschaft der Mannschaft, den Kampf anzunehmen, scheitert es nämlich nicht. Blau-Weiß Linz verfügt grundsätzlich über einen Kader, der in der Lage ist, den Klassenerhalt zu sichern.

 

Wenngleich im Winter nachgebessert werden darf. Vor allem in der Mittelfeldzentrale sowie in der Dreierkette offenbarten sich in der Herbstsaison erkennbar Schwachstellen, die es zu beheben gilt. Mit Isak Dahlqvist vom schwedischen Aufsteiger Örgryte hat man zumindest schon einmal die durch die Verletzung von Anderson aufgerissene Dauerbaustelle auf der Außenbahn bearbeitet.

 

Es ist für Blau-Weiß Linz noch lange nichts verloren. Und dass heuer ein letztes Mal die Punkteteilung greift, ist zudem ebenso kein Nachteil. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Dornacher (Sonntag, 07 Dezember 2025 04:20)

    Thomas Sageder könnte auch passen. Hat Expertise und auch Stallgeruch.