Bild: Wikimedia/Wikimedia/Sandro Halank/CC BY-SA 4.0/Montage
Im Jahr 2003 tauchte erstmals der Name Simon Eder im Biathlon-Weltcup auf. Die kommende Saison wird die erste seit über 20 Jahren sein, die ohne ihn stattfindet. Im fast biblischen Sportleralter von 43 Jahren verabschiedet sich die rot-weiß-rote Biathlon-Legende in die hochverdiente Sportpension. Nur einen Tag nach Lisa Hauser.
Beide begleiten mich mittlerweile mein gesamtes Journalisten-Leben lang. Ich durfte sie über Jahre hinweg immer wieder treffen, mit ihnen sprechen, sie erleben. Sie werden fehlen – als Sportler und als Persönlichkeiten. Dem Team, dem ÖSV, aber auch uns Medien.
Es ist nicht selbstverständlich, dass Sportler auch in herausfordernden Momenten einem immer freundlich und meist sogar mit einem Lächeln begegnen. Die IBU spricht gerne von der "Biathlon-Familie". Hauser und Eder haben diesen Begriff mit Leben gefüllt.
Nicht nur Abschiede, sondern Einschnitte
Dass diese Worte über sie geschrieben werden, haben sie sich erarbeitet und daher verdient. Ohne Pathos, ohne Lobhudelei, dafür mit großer Wertschätzung und Anerkennung.
Sportlich hinterlassen beide ohnehin große Fußstapfen. Eder war Teil der "Goldenen Generation" und perfektionierte das Schießen wie kaum ein anderer. Hauser machte den Frauen-Biathlon in Österreich überhaupt erst sichtbar – und erfolgreich. Sie war über Jahre das Zugpferd eines Teams, das sich Schritt für Schritt an die Weltspitze herangearbeitet hat und heute eine Breite besitzt, die lange undenkbar schien.
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Gerade in schwierigen Phasen waren es oft Hauser und Eder, die lieferten. Die die Kohlen aus dem Feuer holten, wenn andere strauchelten. Die die Fahne hochhielten. Ihr Abschied ist deshalb mehr als nur ein emotionaler Einschnitt – er verändert die Statik dieses Teams. Der Schatten der beiden fällt weg, der Lichtkegel der öffentlichen Wahrnehmung wird künftig auf andere gerichtet sein.
Auftrag und Chance
Der Abschied von Hauser und Eder ist Auftrag und Chance zugleich: für Spartenchef Christoph Sumann, die Trainerteams und die Athletinnen und Athleten. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass andere Verantwortung übernehmen. Abschiede von großen Namen wirken oft befreiend.
Eine, die vorangehen kann, ist Anna Gandler. Auch Anna Andexer steht nach ihrer ersten vollen Weltcup-Saison an der Schwelle zum nächsten Schritt.
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Bei den Männern bleibt Fabian Müllauer das größte Versprechen – auch wenn diese Rolle für ihn noch zu früh kommt. Eigentlich wäre David Komatz prädestiniert dafür, das Team übergangsmäßig bis zur Heim-WM 2028 anzuführen. Beim mittlerweile 34-Jährigen steht aber ebenso ein Karriereende im Raum, auch weil diese Saison für ihn (vor allem aus gesundheitlichen Gründen) so gar nicht laufen wollte.
Vielleicht braucht es aber auch gar kein klassisches Zugpferd mehr. Vielleicht liegt die Zukunft in der Breite – in einem Team, in dem mehrere Athletinnen und Athleten auf ähnlichem Niveau agieren und sich gegenseitig pushen. Klar ist: Mit Blick auf die Heim-WM 2028 wird es eine Leistungssteigerung brauchen. Das Potenzial, vor allem bei den Frauen, ist vorhanden.
Jetzt muss es auch abgerufen werden.


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